Cirque Phénix - CirkAfrika

Der Cirque Phénix in Paris widmet seine Winterproduktionen jeweils einer speziellen Weltregion und knüpft damit eigentlich der frühen Circusform an, bei der opulente Schaubilder präsentiert wurden. Aus früheren Jahren gab es im Wechsel oftmals die mongolische und dann die chinesische Artistenkunst zu sehen. 2012 brachte Phénix erstmals die afrikanische Circuskunst nach Paris. Und nun, 12 Jahre später, stehen 40 talentierte Artisten aus Äthiopien auf der grossen viereckigen Bühne.

Äthiopien hat sich in Sachen Artistik enorm schnell entwickelt. Davon zeugen unzählige Artistikschulen, die im ganzen Land verstreut sind. Für viele junge Künstler sind diese Institutionen nicht selten das Tor zu einer besseren Welt, die weniger den Einflüssen von Konflikten und dem rauen Klima ausgesetzt ist.

Umso erstaunlicher ist es, mit welcher Lebensfreude die jungen Artisten die Zuschauer in ihre Kultur entführen. Neben der ansteckenden Lebensfreude ist aber auch die gebotene Artistik teils von höchstem Niveau. Sehr beeindruckend waren etwa eine Balljonglage im Duo, Equilibristik zu dritt, ein singender Schlappseilkünstler oder eine äusserst waghalsige Rola Rola. Zu den Höhepunkten zählt aber auch eine Rollschuhakrobatik, bei welcher der Untermann seine Partnerin freihändig auf seinem Kopf balanciert. Atemberaubend ist allerdings eine Schleuderbrettakrobatik kombiniert mit Ikarischen Spielen. Dieser Act wird mit einer beispiellosen Leichtigkeit und Virtuosität präsentiert. Noch bei keiner Produktion im Cirque Phénix der vergangenen Jahre habe ich ein derart begeistertes Publikum erlebt.

Der Cirque Phénix gastiert noch bis 12. Januar 2025 in Paris. Anschliessend geht die Truppe bis 9. Februar 2025 auf Frankreich-Tournée.

Infos und Tickets: https://www.cirquephenix.com/

Bild und Text: Filip Vincenz