Wenn zwei Circusse zeitgleich über die Feiertage in derselben deutschen Stadt gastieren und der eine mit der Wassershow «Waterland» wirbt, muss sich der klassische Circus etwas Besonderes einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Der Augsburger Weihnachtscircus mit klassischem Nummernprogramm wird bereits zum 11. Mal veranstaltet. Das Unternehmen gastierte vergangenen Herbst unter dem Namen «Busch-Roland» an einigen Orten in der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein – in Partnerschaft mit der Radlegende Beat Breu.
Über die Festtage stehen die rot-weissen Zeltanlagen am Stadtrand von Augsburg. An der Pagodenspitze des Viermast-Chapiteaus glaubt man, die mächtige Krone des früheren Circus Royal zu erkennen. Um der Konkurrenz des Circus Waterland zu trotzen, wurde das Sommerprogramm mit einigen Programmnummern erweitert. Die augenfälligste Ergänzung ist wohl Robano Kübler mit seinen Tieren. Er präsentiert eine gemischte Exotengruppe, eine spielerische Hundemeute, eine bemerkenswerte Ponyfreiheit sowie drei Tiger. In der Pause dürfen die Besucher einen Blick in die Tierhaltung werfen. Die Ponies, Zebras, Esel und Kamele sind in einem geräumigen Stallzelt in Boxen untergebracht. Die Tiger können sich nicht nur im Raubtierwagen, sondern auch im Freigehege bewegen. Dieses ist reichlich möbliert, damit sie nicht nur mit Artgenossen spielen, sondern sich auch anderweitig beschäftigen können. Alles in allem hinterlässt diese Backstage Tour bei den Besuchern einen positiven Eindruck. Und auch Robano Kübler zeigt sich sehr zugänglich, um die vielen Fragen geduldig zu beantworten.
Zurück zum Circusprogramm: Für die Clownerie konnte Mingo aus Mexiko verpflichtet werden. In seinen Reprisen und Entrées arbeitet er fast ausschliesslich mit Zuschauerinnen und Zuschauern. Er erinnert an David Larible. Daneben gibt es auch Handstandequilibristik und Luftakrobatik von Latoya und Oleksander Mak-Frank, sowie Antipoden und eine Grossillusion der Las Vegas Girls zu sehen.
Der Augsburger Weihnachtscircus spielt bis 6. Januar 2026.
Infos und Tickets: https://moskauer.jimdofree.com/
Bilder & Text: Filip Vincenz