Vorschau auf Monti 2025 - Bric Brac

Das Wort «Bric Brac» (korrekt eigentlich Bric-à-Brac) stammt aus dem Französischen, wird aber auch als solcher Begriff im Englischen verwendet und bedeutet in etwa «Schnickschnack, Krimskrams, Gerümpel oder Trödel» - also alte Ware und weitestgehend dann auch Brockenhaus. Und genau in einem Brockenhaus spielt das Programm 2025 vom Circus Monti.

An der von uns besuchten Presseinformation waren nebst allen Artistinnen und Artisten auch die Familie Muntwyler und das Creativ-Team anwesend und versorgten die anwesenden Presseleute mit vielen Informationen und auch zwei Ausschnitten aus dem Programm.

Am 8. August 2025 startet der Circus Monti in Wohlen (AG) zu seiner 40. Tournée und damit zu einem «kleinen Jubiläum». Die Tournée 2020 ist ja bekanntlich wegen Corona ausgefallen und so feierte der Circus Monti sein grosses Jubiläum – 40 Jahre Circus Monti – im letzten Jahr während der 39. Tournée.

Für Konzept & Regie zeichnet dieses Jahr die «Compania Due» verantwortlich: Andreas Manz und Bernard Stöckli. Die beiden müssen den Monti-Besuchern nicht mehr speziell vorgestellt werden. Sie waren bereits in früheren Jahren für ein Programm verantwortlich, arbeiteten als Artisten im Circus Monti und im Monti-Variété. Auch der Choreograph Vincent Jutras aus Kanada und der Musiker Lukas Stäger sind bekannte Grössen beim Circus Monti. Lukas Stäger hat bereits für sechs Tournéen und für 10 Variété-Ausgaben extra die Musik geschrieben, arrangiert und mit dem Klangkörper einstudiert. Seine Werke sind für die Musiker nicht immer ganz einfach zu spielen, der Komponist verlangt (immer mit Absprache mit den Musikern) seinen Interpreten einiges ab und feiert damit aber auch grosse Erfolge und verhilft dem Circus Monti zu einem eigenen Sound. In diesem Jahr hat Barbara Tschumi aus der Region Solothurn die Kostüme entworfen und geschneidert. Die Zuschauer erwartet – ganz dem Brockenhaus entsprechend – ein vielfältiges und buntes Kleider-Bild.

Direktor Johannes Muntwyler begrüsste die Anwesenden herzlich zum Info-Anlass und erwähnte, dass in den vergangenen sechs Wochen enorm viel gearbeitet, entwickelt und kreiert worden sei. In der diesjährigen Show wird kein Familienmitglied in der Manege zu sehen sein. Mario Muntwyler tritt im diesjährigen Monti-Variété auf und muss deshalb wegen der Termin-Überschneidung auf die Tournée verzichten.

Bernard Stöckli und Andreas Manz erläuterten uns in ein paar Ausführungen, weshalb sie ein Brockenhaus als Begegnungsort wählten. In einem Brockenhaus verharren meist ältere Artikel mit langen Lebensgeschichten, verbunden mit vielen Erinnerungen; Erinnerungen an vergangene Zeiten und frühere Generationen. Dies ist eine überaus reichhaltige «Spielwiese» für die diesjährige Produktion. Die alten Gegenstände werden zu neuem Leben erweckt und die Brockenhaus-Atmosphäre wird kultiviert. Dies wird besonders im Bühnenbild – wie immer Marke Eigenbau – sichtbar. Das Orchester ist erstmals seit 17 Jahren wieder über dem Artisteneingang postiert, umrahmt von einem alten, wunderschön geschmiedeten Eisen-Geländer. Bereits dies war für mich ein Hingucker der Sonderklasse! Aber auch das in mehreren Brokis eingekaufte Mobiliar ist wunderbar: zwei alte Schränke, Kommoden, eine Stehlampe (Stil 60-iger Jahre) und vieles mehr vermitteln uns die Broki-Atmosphäre.
Die zwei Regisseure waren auch über die engagierten Artistinnen und Artisten des Lobes voll. Die 12 jungen Protagonistinnen/Protagonisten stammen aus Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Kanada und der Schweiz. Sie sind an Circusschulen alle bestens ausgebildet und repräsentieren eine neue Artisten-Generation mit einer breitgefächerten Ausbildung in den unterschiedlichsten Genres, sind innovativ, mutig und es mache ausserordentlich grossen Spass mit ihnen zusammen das Programm zu entwickeln und auszuarbeiten. Die Spielfreude des Teams bekommt auch der Choreograph Vincent Jutras zu spüren. Er ist quasi der «Spass-Influencer» des Teams und holt sehr viel aus den Künstlern heraus.
Erstmals für das Lichtkonzept verantwortlich ist Jasper Baan Hofmann. Der in den Niederlanden Geborene ist ein ausgewiesener Ton- und Lichttechniker und hat seine Sporen an vielen bekannten Orten abverdient und sein Können unter Beweis gestellt. Cirque du Soleil, Royal Albert Hall in Londen und Basel Tattoo waren nur ein paar wenige Stationen. Ihm stehen bei Monti in diesem Jahr alles steuerbare Scheinwerfer zur Verfügung. Die fix eingestellten Geräte sind demontiert worden und landen nun wohl im Brockenhaus. Mit der neuen Anlage braucht es weniger Lichtquellen und diese können gezielter vom Regiepult aus angesteuert werden.

Traditionsgemäss werden an den Medienterminen bei Monti auch erste Einblicke ins bevorstehende Programm gezeigt. Montis Spezialität sind jeweils Gruppen-Darbietungen mit dem ganzen Manegen-Team. Eine dieser Nummern, eine besonders farbenfrohe, wurde den Presseleuten in diesem Jahr gezeigt. Zudem konnten wir als zweiten Show-Act das Duo Up’n’Down am Chinesischen Mast geniessen. Das war ein harmonisches «Auf und Ab» des Paares an der Stange. Ideenreich, unterhaltsam und ein guter Einstieg in ein modernes Circusprogramm mit Darbietungen vieler unterschiedlicher Disziplinen. Nebst der Arbeit vom Duo Up’n’Dwon sind auch Einräder, Jonglagen, Partnerakrobatik, Handstand und Strapaten-Darbietungen während der Vorstellung zu sehen.
Der Vorgeschmack hat schon mal gestimmt und uns auf die neue Show «gluschtig» gemacht.

Text: Alfred Reichle

Bilder: Anna Reichle