Am 10. November entführte Magier Jamil Tafazzolian gemeinsam mit seinem eingespielten Team zum 22. Mal rund 250 Gäste in die traumverhangene Welt von La Poesia. Für einen einzigen Abend – ein flüchtiger Moment – erschafft Regisseur Tobias Fiedler eine Inszenierung, in der Artistik, Musik und Magie ineinander übergehen.
Zu den Höhepunkten zählte Florian Zumkehr aus Basel, bekannt als Handstand-Artist, der zusätzlich sein musikalisches Talent als Mundartsänger präsentierte. Daniel Borak, mehrfacher Weltmeister im Stepptanzen, trat gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern seiner Schule auf und setzte kraftvolle rhythmische Akzente. Zwischen glitzernden Lichtern schwebten die poetischen Seifenblasen von Lisa Bögli, getragen von den klangvollen Arrangements von Musique en route. Und hoch über den Köpfen des Publikums entfalteten Laurine Dumora und Dimitri Terribilini ihre grossartige Akrobatik am Chinesischen Mast – kraftvoll, anmutig und doch federleicht. Das Duo ist derzeit mit dem Circus Monti auf Tour. Ein Wiederholungstäter bei La Poesia ist Jarno Schorno, der eben erst beim Young Stage Festival gross abgeräumt hat. Mit atemberaubender Präzision wirbelte der erst 17-jährige seine Diabolos durch den Raum – ein Talent, das seinesgleichen sucht. Auch dies macht La Poesia aus – es ist ein Sprungbrett und ein Ort, an dem Talente entdeckt werden können. Giulia Plouda, Absolventin der Staatlichen Schule für Artistik in Berlin und bisher als Luftakrobatin aktiv, zeigte bei La Poesia ihre neue Rolle als Clownesse MOMO und nutzte die Gelegenheit, Bühnenerfahrung in diesem neuen Genre zu sammeln.
La Poesia bleibt damit ein Ort, an dem Neues entstehen darf und künstlerische Entwicklungen Raum finden. Und vielleicht ist es gerade diese Mischung – das Wagnis, die Offenheit, die nie nachlassende Liebe zur Vielfalt der Circuskunst – die La Poesia so aussergewöhnlich macht. Die nächste Ausgabe ist für 2026 geplant – und wie immer lohnt es sich, frühzeitig Tickets zu sichern.
Fotos: Alexander Leumann