Dominik Baur studierte Geschichte und wurde Journalist. Doch seit Kindesbeinen ist der Münchner vom Circus fasziniert. In seinem Buch «Die Roncallis» geht er der Faszination des Circus Roncalli auf den Grund, aber nicht indem er chronologisch die Unternehmensgeschichte seit der Gründung vor 50 Jahren nachzeichnet, sondern indem er 14 Zeitzeugen und Weggefährten interviewt. Darunter sind auch Schweizer, ohne deren Mitwirken es den Circus Roncalli vielleicht gar nicht geben würde. Im Gespräch mit Emil Steinberger erfährt die Leserin oder der Leser, wie er im wohl kritischsten Augenblick dem Circus Roncalli nicht nur mit einer beachtlichen Geldsumme unter die Arme griff, sondern auch Disziplin und Struktur vermittelte. Oder denken wir auch an den Schweizer Clown Pic, der mit seinen Seifenblasen viel zur Poesie im Roncalli-Chapiteau beitrug. Und im Gespräch mit dem Schweizer Raubtierdompteur René Strickler erfahren wir, wie er Roncalli in den Anfangsjahren zum Publikumszustrom verhalf. Daneben kommen weitere Artisten und Mitarbeiter zu Wort, die vor und hinter den Kulissen der Faszination Roncalli erlegen sind und zum Erfolg beitrugen.
Neben den Texten besticht das Buch mit rund 100 bislang unveröffentlichten Fotos, welche die magischen Eindrücke der Jahre 1981 bis 1989 einzufangen versuchen. Schade nur, dass die Roncallis selbst nicht zu Wort kommen. Wie im Buch zu lesen ist, habe die Familie von Bernhard Paul die Veröffentlichung der bereits geführten Gespräche für das Buch nicht freigegeben. Vielleicht ist gerade dies Teil der Magie, die den Circus Roncalli seit seiner Gründung ausmacht.
Das Buch umfasst 320 Seiten und erschien in der Edition Scalala. Es kann online direkt beim Verlag bezogen werden: