European Youth Circus 2016

Preisträgerin: Andrea Matousek, Schweiz (Trapez)

„Dreaming" lautet der Titel der Darbietung, die Andrea Matousek am European Youth Circus Festival in Wiesbaden (D) dem Publikum und der internationalen Fachjury präsentiert hat. Am Tanztrapez, einer in Europa noch selten zu sehenden Darbietung, bei der das Trapez nach oben und unten gezogen wird und sich in alle Richtungen dreht, währenddem die Artistin daran ihre akrobatischen Fähigkeiten demonstriert. Andrea beherrscht diese Kunst ausgezeichnet. Sie verbiegt ihren Körper mit scheinbarer Leichtigkeit, hält sich nur an den Fersen fest und wagt riskante Abfaller. Dafür erhielt die 17-jährige Andrea aus Uster nicht nur die Bronzene Auszeichnung in der jüngeren Kategorie, sondern auch den mit 500 Euro dotierten Sonderpreis der Schweizer Circus-, Variété- und Artistenfreunde.

Aufgewachsen ist Andrea im Zürcher Oberland, wo sie erst die Liebe zum Sport entdeckte. Schon bald aber wechselte sie zur Artistik. Im filacro-Zelt, einer Plattform für Circus in Uster, fand sie die Liebe zur Luftakrobatik. Für Andrea war deshalb schnell klar, dass sie auch beruflich auf die Karte Artistik setzen wollte. Sie wechselte an die Kunst- und Sportschule KuSs ZO, wo sie als Sekundarschülerin genügend Zeit für ihre artistische Ausbildung erhielt. Um ihren Berufswunsch Artistin zu realisieren, brauchte es allerdings eine Schule, die nur auf Artistik spezialisiert ist. Seraina Imholz, eine Schweizer Luftartistin aus Wetzikon, erzählte Andrea dann von ihrer Schulzeit an der Staatlichen Schule für Artistik in Berlin. Andrea bewarb sich deshalb dort - und wurde aufgenommen. Und so zog Andrea mit 14 Jahren nach Berlin, in ein Internat. Die erste Zeit war schwierig, da alles neu und ungewohnt war. Ihre Leidenschaft für die Artistik allerdings Hess sie das Heimweh rasch vergessen. Andrea fühlt sich heute in Berlin zu Hause, hat in ihren Kollegen von der Schule eine Familie gefunden und wohnt in einer Zweier-WG. Seit nunmehr drei Jahren besucht Andrea dort die Schule und lässt sich zur Trapezartistin ausbilden. Die Nummer für Wiesbaden hat sie zusammen mit einem befreundeten Absolventen, Benedikt Baumann, einstudiert und choreographiert. Dabei wollte sie eine eigenständige Figur kreieren, die etwas Verträumtes und Freude ausstrahlt und an eine Puppe erinnert. Die Proben für die neue Darbietung haben sehr viel Zeit in Anspruch genommen, auch wenn die einzelnen Figuren, die Beweglichkeit und die Kraft als nötige Grundlage von der Schule her vorhanden waren.

Zurzeit trainiert Andrea in Berlin nur ihre Darbietung am Tanztrapez. Um für die spätere Berufsausübung aber flexibler zu sein, überlegt sie sich, eine zweite Darbietung am Boden oder in der Luft zu kreieren. Nach der Schule in Berlin möchte Andrea als Artistin arbeiten. Sie sagt, dass ihr nebst Circussen noch viele weitere Optionen wie etwa die Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff oder in Varietes offen stünden. Als nächstes folgt aber ein Engagement beim Blackpool Tower Circus in England. Wir gratulieren Andrea nochmals herzlich zu ihrer schönen Darbietung und wünschen ihr für die Zukunft viel Glück!